PHIL HEATH
FLEX
Du machst HIIT-Cardio. Was genau ist das und wie wendest du es an?
HIIT steht für Hochintensitäts-Intervalltraining. Zwischen Cardio-Intervallen mit geringerer Intensität und solchen mit höherer Intensität abzuwechseln, ist die effektivste Methode der Fettverbrennung. Auf dem Laufband während meiner Vorbereitung auf den Mr. Olympia wende ich es oft an, indem ich über die gesamte Einheit hinweg zwischen zwei Minuten Laufen und zwei Minuten flottem Gehen abwechsele. Meine Einheiten dauern manchmal nur 30 Minuten, manchmal aber auch 60 Minuten, was bedeutet, sie beinhalten zahlreiche Intervalle.
Psychologisch gefällt mir der Tempowechsel. In den zwei Minuten mit sehr intensivem Cardio schaue ich auf die Uhr, wie die Sekunden wegticken, und weiß, dass es nicht mehr lange dauert, bis ich eine Art Verschnaufpause bekomme. Das macht es leichter, in den zwei Minuten Laufen voll Stoff zu geben und mich wirklich zu bewegen. In den zwei Minuten, in denen ich anschließend stramm gehe, gucke ich wieder zu, wie die Zeit wegtickt bis zu dem Moment, in dem ich wieder mit Laufen anfangen muss, und ich peitsche mich psychisch hoch, mir zwei Minuten lang den Hintern aufzureißen. Ich mag diese Wechsel. Viele Kerle hassen Cardio, vielleicht weil sie immer dasselbe Tempo beibehalten. Ich kombiniere schnelles Cardio mit moderatem Cardio, wechsele ständig hin und her, was die Sache weniger langweilig macht. Und obendrein effektiver.
KEIN RÜCKZUG
VON DENNIS JAMES // FOTO VON PAVEL YTHJALL
Er ist ein wandelndes Rätsel. Seit dem Tag als Kai Greene durch den Sieg der Arnold Classic 2009 vom Underdog zum Top-Herausforderer wurde, ist das Geheimnis um die „Green Machine“, ähnlich wie der Mann selbst, stetig gewachsen. Bodybuilding sieht er teils als Sport, teils als Kunst und der Körper ist in seinen Augen ein Medium, das der Absolutheit des Ausdrucks und der Kommunikation dient. Greene ist ein vielschichtiger Charakter, ein Original und schwierig festzunageln, aus dem einfachen Grund, dass er mit seinem Körper ebenso sehr spricht wie mit Worten, wenn nicht mehr. Um es kurz zu sagen: Er ist anders. Und wir lieben ihn dafür. Inzwischen in seinem achten Jahr in der IFBB Pro League, hat Greene so ziemlich jeden Titel gewonnen (manche sogar zweimal), bis auf den, der am meisten ins Gewicht fällt: den Mr. Olympia. Nach seinem dritten Platz 2011 will er den Sieg nun mehr denn je. Er will ihn sogar so dringend, dass er sich für die Vorbereitung ein ganzes Jahr Zeit nimmt. Dennis „The Menace“ James hat sich mit Greene getroffen und etwas über seine Strategie erfahren – plus ein paar „Kaismen“ (Greenes unverwechselbare „Weisheiten“) aufgeschnappt -, während sich die größte Bedrohung für den Olympia-Thron für jene zwei Abende Ende September stählt, wenn Gerede, Spekulationen, Prognosen und Rummel mit einem Mal verstummen. Wenn nur noch seine Gegner zwischen ihm und der Sandow stehen - das ist der Zeitpunkt, an dem Greene bereit sein wird, Bände zu sprechen.
BEN PAKULSKI
FLEX
Tagein, tagaus erreichen mich Fragen von aufstrebenden Bodybuildern, Fitnessathleten und allen anderen, die Muskeln aufbauen wollen. Wie es aussieht, wissen meine Anhänger und Fans, dass sie mir vertrauen können, was geradlinige Sag-es-wie-es-ist-Informationen betrifft. Ich bin stolz darauf, immer mein Bestes zu tun, um wirklich die besten Informationen weiterzugeben, die zum Thema Muskelaufbau und Fettabbau (unser aller Ziel) existieren.
Wer meine Karriere schon länger verfolgt, weiß, dass ich niemand bin, der das, was andere mir erzählen, unbesehen als Fakt akzeptiert. Tatsache ist, in unserem Sport wimmelt es nur so von Blödsinn und falschen Informationen, dass ich irgendwann die Nase voll hatte von dem „Voodoo-Bodybuilding“, das überall verzapft wurde, und den Entschluss fasste, mir meine eigenen Antworten zu besorgen. (Für diejenigen von euch, die nicht über Twitter oder Facebook regelmäßig in Kontakt mit mir sind: Als „Voodoo“-Bodybuilding bezeichne ich die Pseudo-Wissenschaft, hinter der im Prinzip gar keine Wissenschaft steht, die sich aber in unserer Branche leider größter Beliebtheit erfreut). „Esst Käsekuchen oder Cheeseburger am Abend vor einem Wettkampf“, „Hebt so schwer wie möglich“, „Kocht euer Huhn, dann schützt ihr euch vor zu viel Natrium“ – es gibt Tausende von Dingen, die Bodybuilder in den 80er und 90er Jahren taten, als sie keine andere Wahl hatten als zu experimentieren. Gewiss mögen diese Dinge für sie „funktioniert“ haben, aber so wie das Aufladen mit Junk Food ist das Ergebnis ungefähr so vorhersehbar wie bei einem Würfelspiel.
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